Wer Anne Hathaway bisher vor allem als Mia aus Plötzlich Prinzessin oder Andy aus Der Teufel trägt Prada kennt, entdeckt in ihrer Filmografie deutlich mehr als romantische Komödien. Ich ordne ihre wichtigsten Filme chronologisch ein, erkläre, welche Rollen ihren Wandel geprägt haben, und zeige, mit welchen Titeln sich ein Heimkinoabend besonders gut starten lässt.
Die wichtigsten Stationen ihrer Filmkarriere auf einen Blick
- Durchbruch: Plötzlich Prinzessin machte Hathaway 2001 international bekannt.
- Wendepunkt: Mit Brokeback Mountain und Rachels Hochzeit zeigte sie früh ihre dramatische Seite.
- Größte Erfolge: Der Teufel trägt Prada, Interstellar, Les Misérables und Ocean’s 8 gehören zu den bekanntesten Titeln.
- Oscar-Rolle: Für Les Misérables gewann sie 2013 den Oscar als beste Nebendarstellerin.
- Aktuelles Kinojahr: 2026 stehen unter anderem Mother Mary, The Odyssey, Der Teufel trägt Prada 2 und Verity im Mittelpunkt.
Von der Prinzessin zur vielseitigen Charakterdarstellerin
Die Filme von Anne Hathaway beginnen mit einer Rolle, die ihre öffentliche Wahrnehmung lange geprägt hat. In Plötzlich Prinzessin spielt sie Mia Thermopolis, ein unbeholfenes amerikanisches Mädchen, das plötzlich zur Thronfolgerin wird. Der Film funktioniert bis heute, weil Hathaway Unsicherheit, Humor und glaubwürdige Entwicklung miteinander verbindet.
Mit Plötzlich Prinzessin 2 und Ella – Verflixt & Zauberhaft blieb sie zunächst im Familien- und Fantasybereich. Gleichzeitig suchte sie anspruchsvollere Stoffe. Nicholas Nickleby und besonders Brokeback Mountain zeigten, dass sie auch in ernsteren Ensembledramen bestehen konnte.
| Jahr | Film | Rolle und Bedeutung |
|---|---|---|
| 2001 | Plötzlich Prinzessin | Mia Thermopolis, internationaler Durchbruch |
| 2004 | Plötzlich Prinzessin 2 | Erfolgreiche Fortsetzung der Familienkomödie |
| 2005 | Brokeback Mountain | Erste deutlich ernstere Nebenrolle |
| 2006 | Der Teufel trägt Prada | Durchbruch als erwachsene Hauptdarstellerin |
| 2008 | Rachels Hochzeit | Intensives Familiendrama und gefeierte Charakterrolle |
Für mich liegt darin der interessanteste Teil ihrer frühen Karriere. Hathaway wechselte nicht abrupt das Image, sondern nutzte die Popularität der Jugendfilme, um sich Schritt für Schritt in komplexere und widersprüchlichere Figuren hineinzuarbeiten.
Diese Klassiker sollte man zuerst sehen
Wer einen kompakten Einstieg sucht, braucht keine vollständige Chronologie. Vier Filme zeigen besonders klar, warum Anne Hathaway über Jahre hinweg so erfolgreich geblieben ist.
Der Teufel trägt Prada
Als Andy Sachs gerät Hathaway in die Modewelt von Miranda Priestly, gespielt von Meryl Streep. Die Komödie ist schnell, pointiert und erstaunlich langlebig, weil sie nicht nur von Mode erzählt, sondern von Karriere, Anpassung und persönlichen Grenzen. Für einen unterhaltsamen Heimkinoabend ist dieser Titel meist die sicherste Wahl.
Les Misérables
In Tom Hoopers Musicalverfilmung übernimmt Hathaway die Rolle der Fantine. Ihre kurze, emotional extrem konzentrierte Darstellung brachte ihr den Oscar ein. Der Film ist schwerer zugänglich als ihre Komödien, belohnt aber eine gute Bild- und Tonanlage mit großen Chorszenen und hoher musikalischer Dynamik.
Interstellar
Christopher Nolans Science-Fiction-Drama setzt Hathaway als Wissenschaftlerin Amelia Brand ein. Ihre Rolle ist nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern verbindet die wissenschaftliche Handlung mit der emotionalen Frage, wie weit Menschen für Hoffnung und Verbundenheit gehen. Ich würde den Film vor allem auf einem größeren Bildschirm und mit sauberem Mehrkanalton sehen.
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Ocean’s 8
Als Juwelendiebin Daphne Kluger spielt Hathaway bewusst mit Glamour und Selbstironie. Der Film lebt von seinem Ensemble, besitzt aber genug eigene Energie, um nicht nur als Ableger der Ocean’s-Reihe zu funktionieren. Wer eine leichtere Mischung aus Heist, Mode und Komödie sucht, liegt hier richtig.
Die stärksten dramatischen und ungewöhnlichen Rollen
Hathaways überzeugendste Leistungen liegen meiner Einschätzung nach nicht immer in ihren größten Produktionen. In Rachels Hochzeit verkörpert sie Kym, eine junge Frau, deren Rückkehr zur Familie alte Konflikte freilegt. Die Figur ist unbequem, verletzlich und oft schwer einzuschätzen. Genau diese Reibung macht den Film so sehenswert.
Love & Other Drugs verbindet romantische Komödie mit einem ernsten Krankheitsdrama. Hathaway spielt Maggie, eine Frau, die trotz einer fortschreitenden Erkrankung auf Selbstständigkeit besteht. Der Film ist nicht in jeder Szene gleich stark, zeigt aber ihre Fähigkeit, Charme und Verletzlichkeit ohne kitschige Überhöhung zusammenzuführen.
In Colossal wird es deutlich ungewöhnlicher. Hathaway spielt Gloria, deren persönliches Chaos mit dem Auftauchen eines riesigen Monsters in Seoul verbunden ist. Hinter der absurden Prämisse steckt eine Geschichte über Sucht, Abhängigkeit und Selbstzerstörung. Wer nach einer weniger bekannten, aber mutigen Rolle sucht, sollte diesen Film nicht übersehen.
Auch Serenity, Eileen und Mothers’ Instinct bewegen sich in dunkleren Gefilden. Sie sind nicht alle gleich zugänglich, zeigen aber eine bewusste Entscheidung für psychologische Spannung statt reiner Starwirkung. Besonders bei solchen Titeln lohnt es sich, keine klassische Wohlfühlgeschichte zu erwarten.
Neue Filme und der große Hathaway-Jahrgang 2026
Seit 2023 hat Hathaway wieder häufiger Rollen gewählt, die zwischen Mainstream und anspruchsvollerem Kino liegen. In Eileen spielt sie eine geheimnisvolle Psychologin, während Als du mich sahst ihre romantische Seite mit einer erwachseneren Perspektive verbindet. Der Prime-Video-Film erzählt von Solène, einer 40-jährigen Mutter, die eine Beziehung zu einem deutlich jüngeren Popstar beginnt.
Mother Mary führt sie in eine ungewöhnliche musikalische und psychologische Rolle. Hathaway spielt eine berühmte Popsängerin, deren Vergangenheit und öffentliche Identität zunehmend auseinanderfallen. Der Film ist weniger klassische Musikbiografie als stilisiertes Drama über Ruhm, Nähe und Selbstinszenierung.
| Film | Jahr | Was Zuschauer erwartet |
|---|---|---|
| Mother Mary | 2026 | Musikalisches Psychodrama mit unabhängiger Handschrift |
| Der Teufel trägt Prada 2 | 2026 | Rückkehr als Andy Sachs in der Fortsetzung des Modeklassikers |
| The Odyssey | 2026 | Großes mythologisches Abenteuer von Christopher Nolan |
| The End of Oak Street | 2026 | Science-Fiction- beziehungsweise Genrestoff mit Ewan McGregor |
| Verity – Dunkle Geheimnisse | 2026 | Psychothriller nach Colleen Hoover, deutscher Kinostart im Oktober |
Besonders spannend ist die Mischung dieser Projekte. Zwischen Franchise-Fortsetzung, Nolan-Blockbuster, Genrekino und Literaturverfilmung liegen große Unterschiede. Ich finde gerade das aussagekräftig, weil Hathaway 2026 nicht auf eine einzige Wirkung festgelegt ist, sondern mehrere Publikumsgruppen gleichzeitig anspricht.
Welcher Film passt zu welchem Filmabend
Die beste Auswahl hängt weniger vom Bekanntheitsgrad als von der gewünschten Stimmung ab. Für einen leichten Abend funktionieren Der Teufel trägt Prada, Plötzlich Prinzessin oder Ocean’s 8 besser als ein schweres Drama.
- Familienabend: Plötzlich Prinzessin oder Plötzlich Prinzessin 2
- Mode und scharfe Dialoge: Der Teufel trägt Prada
- Großes Kino: Interstellar oder Les Misérables
- Romantik mit erwachsener Perspektive: Als du mich sahst oder Love & Other Drugs
- Dunkle Spannung: Eileen, Mothers’ Instinct oder Verity – Dunkle Geheimnisse
- Ungewöhnliches Genrekino: Colossal
Bei älteren Filmen sollte man außerdem auf die jeweilige Bildrestauration achten. Ein moderner 4K-Fernseher macht aus einer mittelmäßigen Quelle keine perfekte Präsentation, während gute Blu-ray- oder Streaming-Master bei Interstellar und Les Misérables deutliche Vorteile bei Kontrast, Raumklang und Details bringen.
Die Filmografie zeigt mehr als nur große Hits
Anne Hathaways Karriere lässt sich nicht auf Mia Thermopolis, Andy Sachs oder Catwoman reduzieren. Ihre Filmografie reicht von Familienunterhaltung über Musicals und Science-Fiction bis zu psychologischen Thrillern. Genau diese Spannweite macht sie für unterschiedliche Sehgewohnheiten interessant.
Mein persönlicher Einstieg wäre Der Teufel trägt Prada, gefolgt von Rachels Hochzeit und Interstellar. Danach lässt sich gut erkennen, wie stark sich Hathaway als Darstellerin verändert hat, ohne ihre komödiantische Leichtigkeit zu verlieren. Für 2026 bleibt besonders spannend, ob ihre neuen Genre- und Prestigeprojekte diesen vielseitigen Kurs fortsetzen.