Bei Babygirl entscheidet die Besetzung maßgeblich darüber, ob das riskante Machtspiel zwischen einer erfolgreichen CEO und ihrem deutlich jüngeren Praktikanten glaubwürdig wirkt. Ich zeige, welche Schauspieler die zentralen Rollen übernehmen, welche Nebenfiguren wichtig sind und warum das Zusammenspiel von Nicole Kidman, Harris Dickinson und Antonio Banderas den Erotikthriller trägt.
Die wichtigsten Rollen auf einen Blick
- Nicole Kidman spielt die CEO Romy Mathis.
- Harris Dickinson verkörpert den Praktikanten Samuel.
- Antonio Banderas ist als Romys Ehemann Jacob zu sehen.
- Sophie Wilde übernimmt die Rolle von Esme, Romys Assistentin.
- Esther McGregor spielt Isabel, Romys ältere Tochter.
- Der Film dauert rund 114 Minuten und kam am 30. Januar 2025 in die deutschen Kinos.

Die Besetzung von Babygirl im Überblick
Im Mittelpunkt steht Nicole Kidman als Romy Mathis, eine mächtige Vorstandsvorsitzende eines Technologieunternehmens. Nach außen kontrolliert sie ihr Unternehmen, ihre Ehe und ihr Familienleben. Kidman spielt diese Fassade bewusst kühl, lässt aber immer wieder Unsicherheit und unterdrückte Wünsche durchscheinen.
| Schauspieler | Rolle | Bedeutung im Film |
|---|---|---|
| Nicole Kidman | Romy Mathis | Erfolgreiche CEO und zentrale Figur der Handlung |
| Harris Dickinson | Samuel | Jüngerer Praktikant, der Romys Machtverständnis herausfordert |
| Antonio Banderas | Jacob Mathis | Romys Ehemann und Theaterregisseur |
| Sophie Wilde | Esme | Romys Assistentin mit eigenen beruflichen Ambitionen |
| Esther McGregor | Isabel Mathis | Romys ältere Tochter |
Harris Dickinson spielt Samuel, der als Praktikant in Romys Firma beginnt. Seine Figur wirkt zunächst selbstbewusst und unberechenbar. Gerade diese Mischung macht die Beziehung interessant, denn Samuel begegnet Romy nicht einfach als untergeordneter Angestellter, sondern stellt ihre gewohnte Kontrolle infrage.
Antonio Banderas als Jacob bildet dazu einen bewussten Gegenpol. Jacob ist Romys liebevoller Ehemann und kein eindimensionaler Gegenspieler. Banderas verleiht ihm Wärme und Verletzlichkeit, wodurch die Folgen von Romys Doppelleben emotional stärker spürbar werden.
Nicole Kidman und Harris Dickinson tragen das Machtspiel
Die eigentliche Spannung entsteht nicht allein durch den Altersunterschied, sondern durch den Wechsel der Rollen. Romy ist im Unternehmen die Vorgesetzte, privat sucht sie jedoch eine Situation, in der sie Kontrolle abgeben kann. Samuel erkennt diesen Widerspruch und bewegt sich geschickt zwischen Unterordnung, Provokation und Dominanz.
Ich finde besonders gelungen, dass der Film diese Dynamik nicht dauerhaft eindeutig erklärt. Wer gerade die Kontrolle besitzt, kann sich innerhalb weniger Minuten verändern. Dickinson spielt Samuel deshalb nicht als klassischen Verführer, sondern als Figur mit widersprüchlichen Motiven und schwer einschätzbaren Grenzen.
Kidman übernimmt dabei die deutlich anspruchsvollere emotionale Reise. Romy muss nicht nur ihre Affäre verbergen, sondern auch verstehen, warum sie sich überhaupt auf dieses riskante Spiel einlässt. Für ihre Leistung erhielt Kidman bei den Filmfestspielen von Venedig den Preis als beste Schauspielerin, was die zentrale Bedeutung ihrer Darstellung unterstreicht.
Diese Nebenrollen erweitern Romys private und berufliche Welt
Die Nebenfiguren sind kleiner angelegt, erfüllen aber wichtige Funktionen. Sie zeigen, wie viele verschiedene Identitäten Romy gleichzeitig aufrechterhalten will. Als Chefin, Ehefrau, Mutter und begehrte Frau handelt sie jeweils nach anderen Regeln.
- Sophie Wilde als Esme spielt Romys Assistentin. Sie kennt den beruflichen Alltag der CEO aus nächster Nähe und beobachtet genau, wie Romy mit Macht und Anerkennung umgeht.
- Esther McGregor als Isabel verkörpert eine der beiden Töchter. Ihre Anwesenheit erinnert daran, dass Romys Entscheidungen nicht nur berufliche Konsequenzen haben.
- Vaughan Reilly als Nora gehört ebenfalls zu Romys Familie und ergänzt das Bild des scheinbar stabilen Vorstadtlebens.
- Gaite Jansen als Hedda beziehungsweise Scarlett übernimmt eine kleinere, aber auffällige Doppelrolle.
- Victor Slezak, Leslie Silva, Robert Farrior, Bartley Booz und Anoop Desai sind in weiteren Rollen aus Romys Arbeits- und Familienumfeld zu sehen.
Ein häufiger Irrtum betrifft Jean Reno. Er wurde im Vorfeld als Teil des Projekts angekündigt, ist in der veröffentlichten Kinofassung jedoch nicht als reguläre Figur zu sehen. Für eine korrekte Cast-Liste sollte man ihn deshalb nicht einfach neben Kidman, Dickinson und Banderas aufführen.
Regie, Laufzeit und deutscher Kinostart
Hinter dem Film steht die niederländische Regisseurin Halina Reijn, die auch das Drehbuch schrieb. Sie verbindet Erotikthriller, Beziehungsdrama und schwarzen Humor. Die Geschichte spielt zwar in einer glamourösen Unternehmenswelt, interessiert sich aber stärker für Scham, Begehren, Hierarchie und die Angst vor Kontrollverlust.
| Filmdaten | Angabe |
|---|---|
| Originaltitel | Babygirl |
| Regie und Drehbuch | Halina Reijn |
| Produktionsjahr | 2024 |
| Genre | Erotikthriller und Drama |
| Laufzeit | 114 Minuten |
| Originalsprache | Englisch |
| Deutscher Kinostart | 30. Januar 2025 |
Für das Heimkino ist die sprachliche Gestaltung ebenfalls relevant. Die englische Originalfassung bewahrt die unterschiedlichen Akzente und den natürlichen Rhythmus der Dialoge, während die deutsche Synchronfassung einen leichteren Zugang bietet. Ich würde bei diesem Film zunächst die Originalfassung mit Untertiteln wählen, weil gerade Samuels Tonfall viel über seine Wirkung verrät.
Warum diese Schauspielerwahl funktioniert
Die Rollen sind klar gegeneinander gesetzt. Kidman steht für etablierte Macht, Dickinson für eine jüngere und schwer kalkulierbare Energie, während Banderas Stabilität und emotionale Nähe verkörpert. Dadurch entsteht ein Dreieck, in dem keine Figur nur Opfer oder Täter bleibt.
Auch die Besetzung von Esme ist klug gewählt. Sophie Wilde bringt nach ihrer intensiven Rolle in Talk to Me eine nervöse, wache Präsenz mit. Sie wirkt nicht wie eine bloße Randfigur, sondern wie jemand, der Romys Schwächen erkennt und selbst auf sozialen Aufstieg hofft.
Die Produktion profitiert außerdem davon, dass viele Darsteller nicht wie typische Genre-Klischees besetzt sind. Banderas spielt keinen eifersüchtigen Ehemann nach Schema F, Dickinson keinen simplen jungen Draufgänger. Genau diese Zurückhaltung macht die Konflikte unangenehmer und zugleich glaubwürdiger.
Was die Rollen über den Film verraten
Wer bei Babygirl nur eine klassische Affärengeschichte erwartet, dürfte von der Besetzung zunächst in die falsche Richtung gelenkt werden. Die bekannten Namen versprechen Hochglanz, doch ihre Figuren bewegen sich in einer deutlich unruhigeren Geschichte über Begehren, Macht und Selbsttäuschung.
Für mich liegt die größte Stärke im Kontrast zwischen Romys öffentlicher Souveränität und ihrer privaten Orientierungslosigkeit. Kidman, Dickinson und Banderas machen diesen Gegensatz sichtbar, während Wilde und die jungen Familienfiguren zeigen, wie schnell ein sorgfältig aufgebautes Leben Risse bekommt.
Damit ist die Besetzung nicht bloß eine Liste prominenter Namen. Sie bildet die Architektur des Films. Gerade das Zusammenspiel der Hauptdarsteller sorgt dafür, dass der Erotikthriller auch als psychologisches Drama funktioniert und noch nach dem Abspann Fragen über Rollenverteilung und Kontrolle offenlässt.