Wer nach dem explosiven Finale der dritten Staffel direkt wissen will, wie es mit Butcher, Homelander und den Boys weitergeht, bekommt in der vierten Staffel von The Boys eine politischere und persönlichere Fortsetzung. Ich ordne die acht Folgen ein, nenne die deutschen Starttermine, erkläre die wichtigsten neuen Figuren und zeige, worauf man beim Streamen achten sollte.
Die wichtigsten Fakten zur vierten Staffel auf einen Blick
- Umfang: Die Staffel besteht aus 8 Episoden mit rund 59 bis 68 Minuten Laufzeit.
- Start: Die ersten drei Folgen erschienen am 13. Juni 2024 bei Prime Video.
- Handlung: Butcher hat nur noch wenige Monate zu leben, während Homelander und Victoria Neuman ihre politische Macht ausbauen.
- Neue Figuren: Sister Sage, Firecracker und Joe Kessler bringen zusätzliche Konflikte in die Serie.
- Streaming: Die Staffel ist vollständig bei Prime Video verfügbar und kann am Stück angesehen werden.

Worum geht es in The Boys Staffel 4?
Die vierte Staffel setzt direkt bei den Folgen des dritten Durchgangs an. Billy Butcher ist gesundheitlich schwer angeschlagen, hat seinen Einfluss auf die Gruppe verloren und muss gleichzeitig mit Ryans Entwicklung umgehen. Für mich gehört dieser persönliche Konflikt zu den stärksten Teilen der Staffel, weil Butcher nicht mehr nur gegen Vought kämpft, sondern zunehmend gegen seine eigenen Entscheidungen.
Auf der Gegenseite wird Homelander politisch gefährlicher. Victoria Neuman steht kurz davor, ins höchste politische Amt aufzusteigen, während Homelander seinen Einfluss auf die Seven und deren öffentliches Image weiter ausbaut. Die Serie verbindet deshalb Superhelden-Satire mit Themen wie Manipulation, Verschwörungserzählungen und medialer Radikalisierung.
Die Boys müssen trotz interner Spannungen zusammenarbeiten. Hughie, M.M., Frenchie, Kimiko und Annie verfolgen dabei nicht immer dieselben Ziele. Genau diese Reibung macht die Staffel interessanter, zugleich wirkt die Handlung stellenweise überladen, weil viele persönliche und politische Konflikte parallel laufen.
Alle Folgen mit Terminen und Laufzeit
Die Staffel umfasst acht Episoden. Prime Video veröffentlichte zum Start drei Folgen gleichzeitig, danach erschien jeweils eine weitere Episode pro Woche. Wer erst 2026 einsteigt, kann die komplette Staffel ohne Wartepausen ansehen.
| Folge | Deutscher Titel | Start | Laufzeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Die Abteilung für schmutzige Tricks | 13.06.2024 | 62 Minuten |
| 2 | Unter Patrioten | 13.06.2024 | 59 Minuten |
| 3 | Vought On Ice | 13.06.2024 | 60 Minuten |
| 4 | Mit der Weisheit des Alters | 20.06.2024 | 63 Minuten |
| 5 | Die Gefahren des Landlebens | 27.06.2024 | 68 Minuten |
| 6 | Schmutzige Geschäfte | 04.07.2024 | 65 Minuten |
| 7 | Das Leck | 11.07.2024 | 64 Minuten |
| 8 | Staffel-4-Finale | 18.07.2024 | 65 Minuten |
Die Folgen sind ungewöhnlich lang, vor allem die Episoden fünf bis acht. Ich würde deshalb nicht automatisch mit einem kurzen Serienabend rechnen. Für drei Folgen sollte man ungefähr drei Stunden einplanen, inklusive Abspann und kurzer Pausen.
Diese Figuren stehen im Mittelpunkt
Butcher und Hughie
Butcher wird von Karl Urban erneut als verbitterter, aber zunehmend verzweifelter Anführer gespielt. Seine Krankheit verändert die Dynamik der Gruppe, weil er Entscheidungen trifft, die er früher zumindest diskutiert hätte. Hughie, gespielt von Jack Quaid, übernimmt dadurch mehr Verantwortung und wird emotional stärker gefordert.
Homelander und Ryan
Antony Starr bleibt als Homelander der stärkste Darsteller der Serie. In dieser Staffel geht es weniger darum, ob er gefährlich ist, sondern wie weit sein Einfluss bereits reicht. Die Beziehung zu Ryan ist dabei entscheidend, weil Homelander seinen Sohn nicht nur schützen, sondern auch ideologisch formen möchte.
Sister Sage und Firecracker
Mit Sister Sage, gespielt von Susan Heyward, erhält Homelander eine strategisch außergewöhnliche Verbündete. Ihre Intelligenz macht sie gefährlich, aber sie zeigt auch, dass kluge Pläne allein keine stabile Machtbasis garantieren. Valorie Curry spielt Firecracker, eine provokante Medienfigur, die mit Empörung und Desinformation arbeitet.
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Die vertrauten Mitglieder der Boys
M.M., Frenchie, Kimiko und Annie bleiben zentrale Bestandteile der Handlung. Besonders Frenchie und Kimiko bekommen mehr Raum für ihre Vergangenheit und Schuldgefühle. Annie kämpft derweil darum, ihre eigenen moralischen Grenzen nicht an die politischen Methoden der Gegner zu verlieren.
Was die Staffel besonders gut macht und wo sie schwächelt
Die größte Stärke liegt für mich in der politischen Zuspitzung. The Boys übertreibt weiterhin hemmungslos, bleibt aber nah genug an realen Medienmechanismen, dass manche Szenen unangenehm vertraut wirken. Die Satire funktioniert besonders dann, wenn sie nicht nur schockieren will, sondern zeigt, wie leicht Angst und Wut für Macht eingesetzt werden.
Auch die Nebenfiguren profitieren von klareren Konflikten. A-Train erhält eine der interessanteren Entwicklungen, weil seine Schuldgefühle nicht plötzlich alles wiedergutmachen, was er getan hat. Solche Zwischentöne machen die Serie glaubwürdiger als reine Schockmomente.
Schwächer ist die Staffel dort, wo sie zu viele Handlungsstränge gleichzeitig öffnet. Einige Nebenplots wirken wie Vorbereitung auf spätere Ereignisse und bekommen deshalb keinen wirklich runden Abschluss. Wer vor allem die wilde Action und die schwarzen Gags erwartet, sollte außerdem wissen, dass die vierte Staffel stärker auf politische Spannung und Charakterdrama setzt.
So streamt und erlebt man die Staffel am besten
In Deutschland ist die komplette Staffel bei Prime Video verfügbar. Eine zusätzliche Einzelbuchung der Folgen ist normalerweise nicht nötig, sofern der passende Prime-Zugang besteht. Vor dem Start lohnt sich ein Blick auf die Tonspur, da neben der deutschen Synchronisation auch die englische Originalfassung angeboten wird.
Für das Heimkino empfehle ich die Originalfassung mit Untertiteln, wenn die Dialoge und die verschiedenen Akzente möglichst präzise wirken sollen. Die deutsche Synchronisation ist solide, aber gerade Homelandsers kontrollierte Drohungen und die schnellen Wortwechsel zwischen den Boys profitieren vom Originalton.
Technisch braucht die Serie kein besonders kompliziertes Setup. Ein Fernseher mit guter Bewegungsschärfe und ein klarer Center-Lautsprecher machen bei den vielen Dialogen mehr Unterschied als extreme Spitzenhelligkeit. Bei Kopfhörern sollte man die Lautstärke der Effekte im Blick behalten, denn einzelne Gewalt- und Soundeffekte fallen deutlich lauter aus als ruhige Gespräche.
Für wen sich die vierte Staffel wirklich lohnt
Wer die ersten drei Staffeln mochte, sollte die vierte unbedingt ansehen, weil sie mehrere direkte Konsequenzen aus Butchers Entscheidungen und Homelanders Aufstieg zeigt. Besonders lohnend ist sie für Zuschauer, die neben Action auch politische Satire und Figurenentwicklung erwarten.
Einsteiger sollten nicht direkt mit Staffel 4 beginnen. Die Beziehungen zwischen Butcher, Ryan, Hughie und Annie funktionieren nur richtig, wenn man die vorherigen Ereignisse kennt. Ich würde mindestens die dritte Staffel vorher auffrischen, denn viele emotionale Entscheidungen dieser Folgen bauen unmittelbar auf ihr auf.
Unterm Strich ist die vierte Staffel kein völlig neuer Anfang, sondern ein düsterer Übergang zu einem größeren Konflikt. Sie ist nicht in jeder Episode gleich stark, liefert aber wichtige Entwicklungen, markante neue Figuren und ein Finale, das die Geschichte deutlich weiterdreht.
Was nach den acht Folgen hängen bleibt
The Boys Staffel 4 verbindet eine persönliche Krise um Butcher mit einem immer gefährlicheren Machtkampf zwischen Homelander, Neuman und den Boys. Die acht Episoden sind vollständig verfügbar, starten mit drei Folgen am selben Tag und enden mit einem Finale, das viele Handlungsstränge bewusst offen weiterführt.
Mein Eindruck fällt deshalb klar positiv aus, mit einer Einschränkung: Wer nur groteske Superhelden-Action sucht, könnte manche politischen Passagen als zu lang empfinden. Wer sich auf die langsamere Eskalation einlässt, bekommt eine der thematisch schärfsten Staffeln der Serie und eine gute Grundlage für den nächsten Abschnitt der Geschichte.