
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat am Sonntag die baden-württembergischen Heimattage in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) eröffnet. Das traditionsreiche Fest steht auch unter dem Motto «450 Jahre Spargel». «Wir wollen ja immer Spargel aus Baden essen, weil dieser der Beste ist», sagte Kretschmann vor dem Bruchsaler Schloss. Man könne den «Frühling nur richtig mit Spargelessen beginnen». Nach Aussagen seiner Frau Gerlinde Kretschmann hat der Regierungschef kein «Lieblings-Spargelgericht»: «Der isst alles, was ich koche.
Am liebsten mag ich Spargel mit abgeschmelzten Brotwürfeln und Kräuterflädle».
In der gesamten Bruchsaler Innenstadt feierten die Bürger am Wochenende ein Volksfest mit Riesenrad, Rutsche und einer Gewerbeschau der baden-württembergischen Wirtschaft. Kretschmann erinnerte dabei an die Zerstörung der Stadt und des berühmten Barockschlosses am Ende des Zweiten Weltkriegs. «Mir war dies nicht bewusst. Umso wichtiger ist es, dass wir tiefe Wurzeln im Land haben, dann können wir ohne Angst nach draußen gehen und auch Menschen aufnehmen», sagte der Ministerpräsident zur aktuellen Flüchtlingsfrage. Er forderte die Menschen auf, im ganzen Land zu zeigen, dass es in Baden-Württemberg weltoffene Menschen gebe, die «Schaffer und Genießer» zugleich seien.
Das ganze Jahr finden in Bruchsal weitere Festwochenenden und Veranstaltungen statt. Die nordbadische Stadt mit knapp 43 000 Einwohnern liegt zwischen Heidelberg und Karlsruhe. Zuletzt war sie vor allem wegen Todesfällen und Problemen in der Bruchsaler Haftanstalt bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Das Areal liegt direkt neben dem barocken Schloss und der nach 1945 wiederaufgebauten Innenstadt. (DPA/LSW)